Alena in Auroville

...mein Abenteuer in Indien
 

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Alltag in Auroville

Soo, jetzt berichte ich mal noch ein bisschen von dem, was ich sonst so hier treibe, wenn ich nicht gerade arbeite oder reise. Diese Zeiten soll es ja auch noch geben und unzählige Möglichkeiten sie zu füllen Letztes Wochenende gab es für die Jugend von Auroville und alle intressierten Besucher ein Riesenevent: das Expressionsfestival im Youth Center. Vier Tage lang gab's nicht nur was auf die Ohren sondern auch was für den Magen und den Verstand. Jeden Tag ab 16.30 wurde Essen angeboten, danach gab es einen Film, verschiedenste Workshops und schließlich Livemusik oder einen DJ. Freitag wurde Electro gespielt und es tat richtig gut mal wieder tanzen zu können. Vor allem bei der Location! Wäre ein Traum für meine Sommertanzfreunde von Barfuss Die Athmosphäre war wirklich gigantisch und ich glaube ich war nicht die einzige, die sich wirklich wohl gefühlt hat. Samstag zur Raggaenacht wurden wir dann von einem häftigen Sommerregen überrascht, sodass alle Elektrogeräte abgeschaltet werden mussten um schlimmeres zu verhindern. Kurzerhand haben sich dann einfach ein paar Leute, unter anderem mein Chef auf die Bühne gestellt und ein Trommelkonzert erster Klasse veranstaltet, sodass die Leute angefangen haben sich im Regen zu den Klängen zu bewegen, was ein unglaublich schöner Anblick war. Es ist schon ein besonderer Ort hier, den man gar nicht so recht mit Worten beschreiben kann.

Ansonsten habe ich jetzt auch schon ein paar Yogastunden genommen und eine Lehrerin gefunden bei der ich mir durchaus vorstellen könnte regelmäßig Unterricht zu nehmen.Der Haken ist nur das frühe aufstehen Vor allem weil ich letzte Woche bei einer Capoera Stunde war und mir das eigentlich so gut gefallen hat, dass ich es auch gerne weitermachen würde. Das hieße dann, dass ich jeden Wochentag um spätestens 6 rausmüsste.

Eigentlich würde ich auch gerne wieder mit dem Reiten anfangen, allerdings ist die Besitzerin der Ponyhofs hier der Meinung, Pferde würden depressiv werden, wenn man sie reitet und bei der Red Earth Riding School, wo Teresa, meine neue Zimmernachbarin arbeitet kostet eine Stunde etwa 12 €, das gemessen an meinem „Einkommen“ ein Haufen Geld ist. Naja es gibt sonst noch genug Dinge dich ich gerne ausprobieren würde und auch ohne zusätzliche Hobbies sind die Tage hier ausgefüllt und reich an Erfahrungen.

Letzten Donnerstag habe ich an einem Eintägigen Seminar zur Spirituellen Dimension Aurovilles und dem integralen Yoga Sri Aurobindos teilgenommen und es war ziemlich spannend. Auf Grund meiner suboptimalen körperlichen Verfassung konnte ich leider nicht allem folgen, aber die Bruchteile, die ich erfassen konnte waren wirklich spannend. Ein paar skurile Dinge waren auch dabei: zum Beispiel die Vorstellung,dass der „Zukunftsmensch“, der das supramentale Bewusstsein erreicht hat transparent sein wird...Jedenfalls habe ich mir vorgenommen demnächst mal in die Bücherei hier zu gehen und mir ein bisschen Lektüre zu dem Lehren Aurobindos und der Mutter zu holen. Diese Aspekt von Auroville interessiert mich nämlich durchaus auch.

Meine nächste große Aufgabe ist aber zunächst Motoradfahren Da bald der Monsun kommt und die Straßen zum Teil jetzt schon durch das bisschen Regen sehr aufgeweicht sind, sind viele von uns schon von Moped auf Motorad umgestiegen. Ich bin eine der wenigen, die sich bisher gedrückt haben. Gestern hatte ich eine kleine Fahrstunde und heute habe ich, weil der Typ eh da war mein Moped zurückgegeben, damit ich endlich mal aufs Motorrad umsteigen MUSS. Leider hatte der Motoradverleiher meines Vertrauens heute zu, aber spätestens morgen will ich mir eins leihen und dann, wenn das eingermaßen gut geht auch eins kaufen, da das Ausleihen schon ziemlich ins Geld geht. Mal gugen ob ich die Straßen Aurovilles dann unsicher machen kann

Das sind also die kleinen Dinge meines Alltags, die mich so beschäftigen. Ich hoffe euch geht es allen gut und ich friert nicht zu sehr im kalten Deutschland Freu mich jederzeit von euch zu hören und bemühe mich dann auch wirklich zeitnah zu antworten. Fühlt euch umarmt, ganz herzliche Grüße aus dem warmen Indien,

eure Alena

2 Kommentare 14.10.10 06:55, kommentieren

Ausflug nach Gingee

Vor zwei Wochen haben wir unseren ersten größeren Ausflug gemacht um die Welt außerhalb der Auroville-Blase kennenzulernen. Ganz früh am Morgen gings dann mit dem Motorrad auf nach Gingee, wo sich einige Festungsanlagen aus dem 16. Jahrhundert befinden. Situiert auf drei Bergen, die miteinander ein Dreieck bilden um das wohl auch mal ein Mauer war hat man von da oben einfach eine geniale Aussicht auf die schöne Landschaft Tamil Nadus. Aber ich fange mal am besten mal von vorne an: Um halb 7 früh gings zusammen mit einer Horde Tamilen, alles Kollegen von Silke gen Gingee. Nach etwa einer halben Stunde ziemlich langsamer Fahrt hat sich dann auch rausgestellt, warum wir denn so trödeln: einer der Tamilen, die mitsollten stand noch unter der Dusche, der anderen hat gefrühstückt. Deswegen sind wir einfach mal sehr langsam einen Umweg gefahren, damit die uns anschließend einholen konnten War aber alles andere als schlimm, weil wir als Entschädigung einfach unheimlich viele tolle Eindrücke bekommen haben: die atemberaubende Landschaft, die sich alle 500 meter geändert hat, das Gewusel auf den Straßen und die Menschen bei ihren täglichen Aufgaben. Ganz viele Farben, Gerüche und Kuriositäten, die ein Gefühl von Glück in mir hervorgerufen haben, das mir vorher fremd war. In Gingee angekommen haben uns Anbu und Co erstmal von Tempel zu Tempel geschleppt und dabei die komischten Bilder gemacht: beim klettern, beim springen, beim tanzen. Später haben wir dann die anderen Weltwärtsler getroffen, die mit dem Bus nachgekommen sind und haben uns gemeinsam Tickets für den King's Fort gekauft, der auf dem größten der drei Berge ist. Statt uns aufzumachen diesen zu besteigen beschlossen unsere tamilischen Freunde erstmal eine Kennenlernrunde am Fuße des Berges zu veranstalten um unter den scharfen Blicken der Affen die um uns saßen solche wichtigen Fragen zu klären wie ob wir verheiratet sind und wenn nicht WIE VIELE Freunde wir zuhause haben. Danach gings auch schon los mit dem beschwerlichen, aber dennoch schönen Weg hinauf zum Fort. Außer uns waren nur ein Paar Indische Besucher und ganz viele Affen da, also kein Tourist weit und breit. Viele indische Familien, denen wir auf dem Weg nach oben begegnet sind haben angefangen zu strahlen, wenn sie meine Kamera gesehen haben und mich dann gebeten ein Familienfoto von ihnen zu machen. Die Dankbarkeit und Freude danach, wenn sie sich auf dem Display sehen konnten war wirklich herzergreifend

Oben angekommen waren wir alle komplett durchgeschwitzt und einfach überglücklich darüber uns endlich in Ruhe hinsetzen und die Aussicht genießen zu können. Zumindest die Europäer unter uns. Für unsere Inder wiederum war es Anlass die Handymusik anzuschmeißen und erstmal eine halbe Stunde wie wild zu tanzen, zu singen und auf die Tempel zu klettern, die da so verstreut rumstanden. Unsere verständnislosen Blicke konnte sie dabei nicht ganz verstehen. Andere Länder, andere Sitten, oder besser: andere Energiereserven Nach einem mindestens genauso beschwerlichen Abstieg waren wir dann heilfroh heim und ins Bett zu kommen. Für Silke, die auf dem Motorad eines Arbeitskollegen mitgefahren ist, ging es dann noch ab nach Tiruvanamalai, noch ein bisschen Tempel gugen

Seit diesem berauschend schönen Tag möchte ich meine Wochenenden eigentlich unbedingt dazu nutzen noch mehr von der Umgebung zu sehen.Aber irgendwie hält einen der Alltagstrott, dem ich hier leider bereits nach 6 Wochen verfallen bin doch fest und es ergibt sich hier und da doch immer wieder irgendwas, das einen vom reisen abhält.

Spätestens im Januar werde ich mich aber der Leichtigkeit des Reisens wieder hingeben und da hält mich dann auch nichts mehr ab. Habe schließlich Urlaub

1 Kommentar 14.10.10 06:55, kommentieren

Meine neue(n) Aufgabe(n)

Nach den zwei Wochen auf den Bamboo Day hinarbeiten habe ich mir dann erstmal zwei Tage frei genommen, in der Hoffnung mich ein bisschen regenerieren zu können. Aber PustekuchenStattdessen habe ich aufgeräumt, war im Matrimandir, hier und da. Nur nicht in meinem Bett, das ich eigentlich geplant habe nicht zu verlassen. Aber sich hier dem Strudel zu entziehen ist wirklich schwer. Es ist ständig was los, irgendjemand hat immer irgendeinen tollen Einfall, irgendwo ist irgendwas los oder es ist dreckig bei uns daheim, sodass ich eigentlich immer am tun und machen bin

Am kommenden Tag hatte ich dann ein Meeting mit Balu, bei dem er mich über die Pläne für die nächste Zeit aufgeklärt hat. Meine Aufgabe für die nächste Zeit ist es nun, eine ganze Modelinie aus Bambusmaterial und neuen Schmuck aus Bambus zu entwerfen, da Balu zum einen gerne hätte, dass die Boutique eine eigene Linie hat, die sie von den ganzen anderen Shops rund um Auroville unterscheidet. Außerdem bekommen wir nun einen Platz in der Auroville Boutique, im Visitor Center, wo täglich etwa 1000 Touristen vorbeikommen. Dafür soll eine möglichst kommerzielle Linie her, um den Gewinn zu steigern, der wiederum unserem Kindergarten zu Gute kommt. Das Geld ist im Moment auch dringend nötig, da es im Moment so aussieht, als müssten wir ihn sonst Anfang 2011 schließen. So, das ist die Theorie...meine alltägliche Praxis sieht anders aus. Ich habe seit dem zwar ein bisschen Schmuck entworfen und auch mal selber Hand angelegt um zu lernen wie das alles so funktioniert und wie das überhaupt so ist mit Bambus zu arbeiten, aber jeden Tag kommt wieder was neues dazwischen was ich dringend machen soll, sodass mir im Moment ein bisschen der Rhythmus und ein geregelter Tagesablauf fehlt. Die letzten Tage vor allem habe ich damit verbracht Produktfotos zu machen, im Internet nach Absatzmärkten zu forschen, in irgendwelchen Meetings zu sitzen oder Informationen für den Spendenbrief zu sammeln, den wir nun erstellen wollen um den Kindergarten vor dem Bankrott zu retten.Dafür war ich am Freitag auch im Kindergarten, um einen typischen Tag zu dokumentieren und hatte gestern ein Interview mit ehemaligen Kindergartenkindern und deren Eltern und habe mich über ihre Erfahrungen, Wünsche und Anregungen bezüglich des Kindergartens unterhalten. Das Feedback für Mohanam ist eigentlich durchweg gut. Die Eltern sind sogar richtig traurig darüber, dass es in unserem Projekt nur den Kindergarten und keine Schule gibt, da die Erziehung auf den staatlichen Schulen sich qualitativ wohl wesentlich von der im Mohanam Kindergarten unterscheidet. Danach gab es Tanzstunden und ich habe mitgemacht. Die spinnen die Inder, kann ich nur sagen Aber die Freude die sie dabei ausstrahlen ist echt ansteckend!

Der Tag im Kindergarten war auch wirklich superschön. Die Kinder sind von 2 bis 4 Jahre alt und einfach zuckersüß. Leider bin ich mit meinem Englisch nicht weit gekommen. Dafür aber mit meinen 10 Wörtern, die ich in Tamil kann und ganz viel Lob dafür geernet Generell sind die Leute immer hellaufbegeistert wenn man nur „Vanakam“, also Hallo auf Tamil sagt, strahlen einen an und fangen im besten Falle an einen auf Tamil zuzuquatschen.

Mit den kleinen im Coconut Garden zu toben, zu malen und ein Mittagsschläfchen zu halten hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich nun überlege einen Tag in der Woche dort zu verbringen.


1 Kommentar 14.10.10 06:53, kommentieren

Bamboo Day

Hallo ihr Lieben,


ich dachte es ist mal wieder Zeit in meinen Sri Blog zu schreiben, wie Vincent jetzt sagen würde, seit der nämlich in Indien ist, ist für ihn alles „sri“, also erleuchtet.

Tut mir leid, dass ich solange nichts mehr habe von mir hören lassen, aber es ist viel passiert und sich dazwischen eine Auszeit zu nehmen um das alles in einem kurzen Bericht zusammenzufassen ist mir wirklich schwer gefallen.

Am besten ich fange mal bei der Fashionshow an, die ja die Frucht meiner ersten zwei Arbeitswochen war. Meine Kollektion ist etwa 3 Tage vor dem eigentlichen Bamboo Day fertig geworden und ich dachte damit hätte ich meinen Sold auch erfüllt, was ich zu dem Zeitpunkt nicht wusste, war dass sich bis dahin niemand um die Organisation des ga*nzen Events gekümmert hat. Die Bühne war zwar schon da, aber mehr auch nicht. Kein Plan über Musik, Licht, Moderation, Ablauf...und meine „Models“, also die anderen Weltwärtsler, die sich bereit erklärt haben für mich auf den Catwalk zu gehen wussten auch noch nicht wirklich, wie das ablaufen sollte. Jetzt denkt ihr bestimmt, dass die kommenden Tage stressig geworden sind. Aber nein, eigentlich hatte ich dann nicht mehr viel zu tun, da es leider auch nicht möglich war diese Dinge im Vorraus zu planen. Ich wusste, dass es einen Moderator gibt, jemanden, der das Licht macht und die Bamboo Band bereit war für Hintergrundmusik zu sorgen. „Den Rest sehen wir dann“, hat man mir gesagt.

So und dann war er auch da, der große Tag. Eröffnet haben wir ihn mit einer Zeremonie früh am Morgen, bei der wir symbolisch einen „Living Dome“ gepflanzt haben. Also Bambuspflanzen, die so angeordnet wurden, dass wenn sie mal großgewachsen sind ein Dom aus ihnen entsteht, in den man reinlaufen kann.

Danach ging es weiter zum Aufbau der Marktes vor der Solar Kitchen. Hierfür haben wir einen kleinen Lastwagen organisiert der die Sachen vom Research Center zum Ort des Geschehens bringen sollte. Alles ganz einfach sollte man meinen. Aber trotz Zeitdruck und genauer Angaben standen die Arbeiter in der Gegend rum und schauten Löcher in die Luft statt die Sachen aufzuladen. Meine Aufforderung doch mal was zu tun wurde übergangen und erst als Balu kräftiug auf Tamil geschimpft hat, haben dann alle mit angepackt. Aber man musste wirklich sagen: „Nimm das, trage das da und da hin und lege das genau so rein“, sonst standen sie nur planlos in der Gegend rum. Selbstständiges Arbeiten, so habe ich das Gefühl gehört nicht zu den Stärken der Tamilen.

Nachdem wir bei der Solar Kitchen ankamen ging dann auch das richtige Chaos los. Balu hat mich gefragt, ob ich eine Idee habe, wie man die ganzen Sachen, also Möbel, Lampen und den ganzen Kleinkram anordnen könnte. Ich hab mich dran gemacht die Sachen zusammen mit Andy, Vince und Matthias anzuordnen und das nur dafür, dass die anderen des Teams sie wieder genommen und wo anders hingestellt haben. Und so ging es dann 1,5 Stunden!

Trotz alledem war der Markt ein voller Erfolg und wir haben ganz viel gutes Feedback bekommen. Nun überlegen wir ob wir nach dem Monsun, wenn der normale Samstagsmarkt wieder anfängt auch regelmäßig unseren Stand da aufbauen.

Danach ging es für mich auch gleich weiter zum Visitor Center, wo ich einen Termin mit der Frau hatte, die für unser Licht zuständig war. Die kam dann eine Stunde später, sodass ich die Zeit nutzen konnte um die Bühne zu fegen...abwechslungsreicher Job, muss man schon sagen

Danach ging es mal wieder drunter und drüber, die Einzelheiten des Chaos will ich euch lieber vorenthalten, jedenfalls führte das schließlich dazu, dass das mit dem Hintergrund der Bühne nicht so funktioniert hat, wie wir uns das vorgestellt haben und der Moderator uns auch falsch verstadnen hat und Pausen gemacht hat, wo keine gedacht waren und dazwischen gequatscht hat, wo er nicht sollte. Leas Models konnten dann ihre Performance nicht ganz und Jan hat das Publikum und sich selber zum lachen gebracht, indem er beschlossen hat ne gefühlte halbe Ewigkeit in seiner Yogaposition zu bleiben, bis er schließlich umfiel Lief also nicht alles nach Plan, aber die Liebe die so viele Leute reingesteckt haben, konnte man auf jeden fall sehen und auch hier war das Feedback wieder sehr gut. Ein Freund von Balu hat ihn wohl sogar gerfagt ob er nicht Lust hätte den nächsten Bamboo Day in Chennai zu veranstalten.

Nach dem 13 Stunden Tag habe ich mich dann tierisch auf meine Dusche gefreut und die Abschiedsparty von ein paar Österreichern, die dann auch wunderschön war und ein gelungener Ausklang des Tages.

1 Kommentar 14.10.10 06:53, kommentieren

Neues von mir :)

 

Vanakam ihr Lieben


Sawkyamaa?Sawkyam Nun wisst ihr bescheid, mir geht’s gut! Und das obwohl oder vielleicht gerade weil ich eine arbeitsreiche Woche hinter mir habe. Am Montag bin ich in meinem Projekt angekommen und es war zunächst...man mag es kaum glauben...etwas unkoordiniert. Das erste was ich in bzw für mein Projekt getan habe, war nach Hause zu fahren und mein Bettlaken vom Bett zu rupfen, damit die Schulklasse, die im Bamboo Research Center eine Powerpoint Presentation über Bamboo Housing bekommen hat auch eine Leinwand zu Gesicht bekommen konnte und nicht nur einen 1 quadratmeter großen Fetzen. Die Präsentation war echt interessant und es war sehr beeindruckend zu sehen wie erfolgreich Bambus als Baumaterial verwendet werden kann und was für krasse Gebäude dabei rauskommen. Die Decke des Flughafens in Madrid ist aus Bambus! Danach haben Lea (eine deutsche Ethnologie-Studentin, die ich hier kennengelernt und mit in mein Projekt geschleppt habe) eine koreanischen Designerin Names OK (sie sagt immer ok, wie okay kennengelernt und schwupps hatte ich meine Hauptaufgabe für die nächsten zwei Wochen bekommen:.Kleidung designen Aber natürlich nicht irgendeine, sondern Kleidung aus Bambusstoff! Am 18. September ist nämlich der internationale Bambustag und da wird hier vom Bamboo Research Center (das zu meinem Projekt gehört) ein Riesenevent mit unterschiedlichsten Programmpunkten veranstaltet, unter anderem eben einer Fashionshow, an der ich nun mitarbeite. Der Sinn der Veranstaltung ist es den Leuten Bambus als umweltfreundliche Alternative für alles mögliche vorzustellen, da Bambus unglaublich schnell wächst (bis zu einem Meter am Tag!), nicht gedüngt oder bewässert werden muss und somit anderen Rohstoffen, wie etwa Baumwolle einiges voraus hat.

Neben den Disignerin und Lea gehört Jun, eine Chinesin auch noch zu unserem Team. Seit einer Woche feilen wir vier an einer Kollektion, die nicht zu langweilig, aber auch nicht zu ausgefallen sein darf, da wir leider extremen Zeitdruck haben und die Schneider, die in der Lively Boutique (gehört auch zu Mohanam) auch nicht zaubern können. Dabei geht es nicht immer sehr freundlich zu..OK und ich hatten auch schon die eine oder andere Auseinandersetzung und ich nicht selten hat es mir auch den Spaß an der Arbeit verdorben. Sie schwankt die ganze Zeit zwischen der Idee, das ganze eher locker und ungezwungen zu machen und ihrer Professionalität, was zur Folge hat, dass sie den einen Tag meint, wir sollen es so machen, wie es uns gefällt und am nächsten Tag unsere Arbeit bemängelt, weil es zu unausgefallen ist, keinen richtigen Schnitt oder keine Bühnenpräsenz hat...manchmal scheint sie einfach zu vergessen, dass sie mit Laien zusammenarbeitet und wir nun mal über Schnitte und Farben keine Sätze aus dem Lehrbuch zitieren können. Nichtsdestotrotz macht es eigentlich viel Spaß. Ich bin für die Sport/Yogalinie verantwortlich und es war ein superschönes Gefühl gestern die ersten drei fertigen Teile in den Händen zu halten bzw an meinem Model (die anderen Weltwärtsler modeln für uns) zu sehen. Allerdings musste ich dafür sowohl Samstag als auch Sonntag in die Arbeit und konnte nicht wie die anderen ausschlafen und mich von meiner ersten Arbeitswoche erholen. Nun sind es noch 5 Tage und ich bin wirklich gespannt, ob das alles hinhaut...Lea hat die ausgefallene „Abendkollektion“ und davon ist noch gar nichts fertig...die Schneider arbeiten schließlich auch nach indischer Zeiteinstellung. „Dringend“ gibt es hier nicht.

Trotz der vielen Arbeit konnte ich natürlich meinen 21. Geburtstag feiern und es war ein wirklich schöner Tag. Die anderen haben mich am Nachmittag mit Kuchen überschüttet und Andy war besonders süß, weil er mich eigentlich damit überraschen wollte, aber dann stand ich vor der Bäckerei, als er rauskam und habe ihn gefragt, ob er mich nach Hause mitnimmt, da mein Tank leer war. Tja, dann habe ich meinen Überraschungsgeburtstagskuchen selber heimgefahren Abends waren wir dann noch in der Pizzeria, Miri hat reserviert und mal so fallen lassen, dass es sich um einen Geburtstag handelt....also hing da ein Banner und ich habe ein Privatkonzert von ein paar französischen Hobbymusikern bekommen, die jeden Dienstag abend in der Pizerria „auftreten“-war supertoll Und eine laaaange Tafel hatte ich. So um die 27 Leute waren da um mit mir zu feiern, war eine sehr schöne Stimmung.

Sonntag hatten wir dann unseren Termin für das Matrimandir. Die Aurovillianer wollen nämlich verhindern, dass es eine Touriattraktion wird, deswegen muss man sich zunächst einen Film darüber anschauen und dann für ein paar Tage später einen Termin für eine Führung ausmachen. Bei dieser wird einem nochmal alles erklärt und der Hintergrund des Matrimandir erklärt, danach darf man zu den Besucherzeiten früh zwischen 9 und 10 auch alleine zum meditieren rein. Aurovillianer haben den ganzen Tag zutritt. Es ist wirklich unglaublich beeindruckend und man sieht die Arbeit die in den 37 Jahren Entstehungsgeschichte da rein gesteckt wurden. Und alles mit einer liebe zum Detail und vor allem mit einer liebe zu der Sache, dem Ziel, das merkt man. Innendrin ist ein Raum, die Inner Chamber, der eigentliche Mediationsort...die Stimmung dort ist gigantisch...alles in Weiß, in der Mitte der Kristall, auf den der Lichstrahl von oben trifft, als einzige Lichtquelle...und konzetrierte Stille. Es ist als ob der Ort von Energie durchdrungen ist, es haut einen fast um. Jana hatte sogar Probleme mit Schwindel und mir wurde zwischenzeitlich auch recht schwummrich. Naja aber der erste Besuch sind nur 10 Minuten...habe mir für nächsten Sonntag einen Termin gemacht, darf dann auch länger bleiben, freue mich schon darauf, die Atmosphäre ohne gr0ße Touristengruppe auf mich wirken zu lassen.

Heute abend habe ich mir mal die Zeit genommen und einen Plan gemacht, was ich die nächsten Wochen so vorhabe, was ich noch sehen will hier in Auroville, womit ich mich beschäftigen will und so weiter....die Liste ist lang! Und ich freue mich schon auf die Entdeckungen und Erfahrungen. Am 29.9 wird hier im deutschen Generalkonsulat in Chennai der Tag der Deutschen Einheit groß gefeiert und wir sind eingeladen! Sind alle schon dabei uns Festtags-Sarees zu kaufen, da gibt es wohl einen Dresscode.

So nun muss ich mal wieder in mein Bett, habe mir vorgenommen morgen endlich mal zum Yoga zu gehen, mir wurde auch ein Yogalehrer sehr empfohlen, der Hacken: die Stunde geht 6.45 los. Mal schauen ob ich den Schweinehund morgen überwinden kann...Zeit wird’s.

Macht's gut ihr Lieben,

eure Alena

1 Kommentar 13.9.10 10:15, kommentieren

Die erste Woche rum!

 

Hallo ihr Lieben,


habe gedacht jetzt wird es endlich mal Zeit für ein Update. Hat sich auch schon wieder viel getan hier, aber die Tage verfliegen so schnell und gleichzeitig habe ich auch das Gefühl schon viel länger da zu sein, als eine Woche...

Am Sonntag konnte ich endlich aus dem Hostel raus! Andy, Matthias, Silke, Vince , Martina und ich wohnen jetzt in einem wunderschönen Haus im Dorf Alankuppam, nicht allzu weit weg von „Auroville City“. Haben drei Zimmer, also jeweils zwei Leute teilen sich einen Raum (Ich teile mir mein Zimmer mit Martina), ein großes Wohnzimmer, eine superschöne Küche, 2 rieeesige Dachterassen (die gibt es hier häufig) und einen großen Garten, der leider im Moment einer Baustelle gleicht (Vormieter wollte einen Pool bauen, ist dann aber abgehauen und hat das Loch im Boden gelassen, das jetzt allmählich mit Sand zugeschüttet wird). Außerdem ist es ein bisschen dunkel tagsüber, aber wir sind im Moment sowieso kaum daheim und wenn, dann abends, wenn man eh die Lichter anmachen muss. Bald wollen wir eine große Einweihungsparty schmeißen, aber erstmal müssen wir mal das Laub vom Dach kriegen...

Ja ansonsten haben wir den ganzen Tag Programm im Moment, früh von 9-12 Uhr Tamilunterricht bei Shankar, der das wirklich toll macht und uns nebenbei noch einen Haufen interessanter Dinge über die tamilische Kultur erzählt, nachmittags dann bis 17 Uhr Referate zu verschiedenen Themen wie etwa Auroviles Economy mit anschließenden Führungen. Ist zwar interessant, aber die meisten von uns sind ziemlich genervt von dem Programm, weil wir einfach kaum Zeit haben um uns um andere Dinge zu kümmern, die so anstehen. Einige von uns wohnen noch im Mitra, also im Hostel und haben kaum Zeit sich nach anderen Wohngelegenheiten umzusehen. Haben schon versucht anzusprechen, dass es uns zu viel wird, sind aber auf taube Ohren gestoßen. Im allgemeinen stellen sich die Leute hier das alles ein bisschen sehr einfach vor, habe ich manchmal das Gefühl. Naja deswegen liegen unsere Nerven auch seit Tagen ein bisschen blank,weil man nicht nur eh schon wenig Zeit hat, in der Zeit muss man sich auch mit so vielen Leuten absprechen, weil wir vorallem was Abendplanung angeht so sehr von einander abhängig sind. Wir Mädchen sind dazu angehalten worden, nachts nicht alleine rumzufahren, da es wohl schon sehr oft zu Übergriffen gekommen ist und wenn ich mir mal anschaue wie die Tamilen uns zum Teil schon tagsüber anstarren, kann ich mir das sehr gut vorstellen. Und wir haben auch nur einen Haustürschlüssel im Moment für 7 Leute (Arina wohnt vorübergehend in unserem Office, ist ein so halbwegs vom Wohnzimmer abgetrennter Raum), das heißt auch viel Absprache und Koordination, was in Kombi mit dem Programm echt schlaucht... Hatte hier die letzten Tage mindestens ein mal am Tag den Punkt, an dem ich am liebsten schreiend weggerannt wäre.

Sonntag waren wir zum ersten Mal in Pondicherry, der nächstgrößeren Stadt, die mal französische Kolonie war. Von vielen Seiten hört man, Pondi soll noch eine schöne indische Stadt sein...wir haben es trotzdem nur zwei Stunden ausgehalten und waren dann froh, als wir endlich wieder im Bus nach Auroville saßen. Alles unglaublich laut und voll,man wird die ganze Zeit angebettelt und keiner kann uns den richtigen Weg sagen...die Leute schicken uns alle in unterschiedliche Richtungen...this is real India Hatte leider auch kaum Geld dabei, konnte mir also nicht so wie die anderen schicke Sarees und Punjabis kaufen, aber gehen bald wieder in einer kleineren Gruppe dorthin, dann besorge ich mir mal landestypische Kleidung. Glaube das ist gerade im Dorf hier wichtig...wir werden wahrscheinlich eh die nächsten Monate Dorfgespräch sein, das prophezeit uns hier jeder.

Oh gerade rennt unser Hausgekko an mir vorbei Die gibt es hier überall, dachte auch, dass ich sie eklig finden werde, aber eigentlich sind sie ganz süß. Überhaupt habe ich mich hier ersgtaunlicherweise noch nicht wirklich vor etwas geekelt. Andy meinte, dass so die „Schattenseiten“ von Pondy, die wir nicht gesehen haben, weil wir nur so kurz da waren richtig hart sein sollen..mal schauen was ich dann so nach meinem zweiten Besuch dort berichte.

Vor ein paar Tagen haben wir den Coconut Garden besichtigt, einen Garten, der zu meinem Projekt gehört und in dem mehrere Kapseln stehen. Überlegen ob wir da nach dem Monsun einziehen, ist wirklich schön und das Konzept, was dahinter steckt, ist echt super. Balu hat sich gedacht, wenn da ein paar von uns Freiwilligen einziehen, dann können wir in Kontakt mit den Einheimischen kommen( ist eine Art Jugendzentrum, also Jugendliche kommen da einmal am Tag hin und es gibt monatliche Veranstaltungen auf dem Gelände) um eine Brücke zu schlagen zwischen unserer westlichen Kultur und der der traditionellen indischen Dörfer. Miete ist für uns dann auch auf Spendenbasis. Ist echt eine super Sache, aber für den Einstieg, vor allem dann mit den zwei Monaten Monsun, glaub ich echt zu hart...Kapseln sind ja nur so Hüten aus Bambus und Holz und so, wenn dann der Regen kommt und vllt der erste Kulturschock...stelle ich mir das echt anstrendend vor....

Gestern hat's mich dann zum ersten mal körperlich zerlegt, Andy meinte es könnte ein Hitzeschlag gewesen sein, jedenfalls hatte ich derbe Kopfschmerzen und Übelkeit...habe dann eine Tablette genommen und geschlafen, dann gings wieder.

Anschließend hat mich Matthias dann noch abgeholt und in die SolarKitchen gefahren, damit ich mal Online Banking machen kann, war nämlich bis heute mittellos, musste Geld auf mein Visakonto von meinem normalen Girokonto überweisen, das wusste ich vorher nicht. Ja und dann ist da das Internet ständig abgestürzt-.- Matthias und ich wollen uns gemeinsam einen Internetsrick kaufen, dann habe ich endlich auch mal daheim Internetzugang: Ist nämlich wirklich anstrengend, vorallem weil ich wie gesagt immer von den Jungs abhängig bin, was das fahren angeht. Silke düst hier mittlerweile alleine rum, meint auch, das sei kein Problem, aber ich trau mich noch nicht so recht, möchte mich hier jetzt erstmal umschauen und ein bisschen die Leute einschätzen können, bevor ich das mache.

So heute geht’s nach Pondi, drückt mir die Daumen, dass mein Geld schon da ist und ich endlich ein bisschen einkaufen kann.


Ganz liebe Grüße aus Auroville,

eure Alena


1 Kommentar 2.9.10 08:20, kommentieren

Erste Eindrücke

Hallo ihr Lieben!

Also gestern gegen 13.00 sind wir in Auroville angekommen. Hat alles sehr gut geklappt, war aber ziemlioch anstrengend. Glaube ich war in meinem Leben noch nie so müde und geregnet hats auch noch Haben dann erstmal leckeres indisches Mittagessen bekommen und gleich mit Informationen überschüttet worden, dass ich nicht mehr wusste wo oben und unten ist. Danach gings auf Wunsch der anderen mit dem Bürokratiekram weiter (ich hätte schlafen können aber wollt mich dann heute nicht alleine anmelden). Haben uns ein Aurovillekonto errichtet, mit dem wir hier überall bezahlen können, quasi wie mit einer EC-Karte.Heute mussten wir uns dann noch anmelden und am Sonntag gehts nach Pondi um uns da bei nem Art Landratsamt anzumelden.

Die Taxifahrt war ziemlich spannend, habe noch nie so viele verschiedene Gerüche wahrgenommen! Alle 500 meter riecht man was anderes, war total spannend. Außerdem laufen alle möglichen Tiere auf der Straße rum, vorallem natürlich Kühe. Die anderen haben gemeint ihr Taxifahrer hätte einen Hund überfahren Unserer hat uns ohne Todesfälle nach Auroville gebracht, aber der Fahrstil der Inder ist schon aufregend so alle 30 sekunden wird gehupt, egal ob gerade jemand in der gegend ist oder nicht, am liebsten vor einer Kurve um zu sagen "Hier komme ich"-haben Matthias und ich zumindest angenommen. Dass man in Auroville ist erkennt man eigentlich nur daran, dass plötzlich viele weiße Menschen auf Mopeds rumdüsen, die meiste Zeit sieht man nämlich wirklich nur Wald. Sind jetzt in einem Hostel untergebracht, ist ganz in Ordnung, sind halt sechserzimmer und ist immer ziemlich laut....fand ich gestern nicht so toll. Aber dafür ist es ziemlich zentral und mit dem Fahrrad, das man hier für 50 cent am tag mieten kann kommt man gut überall hin. Apropos Fahrrad, habe heute glaube ich eine seite des real India kennengelernt: meine Bremse ist abgeflogen und das Schutzblech hing ins Rad, sodass ich es mit meinem Schal festbinden musste um dann ohne Bremse weiterzufahren. Martin (Kontaktperson hier) meinte dann ich hätte ein indisches mechanisches Verständnis Verfahren habe ich mich dann auch noch, also die volle Ladung Indien/Auroville. Aber ich fands lustig.

Außeredm war ich heute noch in meinem Projekt, habe meine Kollegen und meinen Chef kennengelernt. Balu, so heißt er ist ziemlich nett, sprach die ganze Zeit davon, dass freedom das wichtigste ist und dass er mir keinen druck machen wird, soll erstmal ankommen und mich umschauen und ich kann jederzeit über alles mit ihm reden. Joa, jetzt gugen wir uns noch ein bisschen nach Wohnmöglichkeiten um, also Balu hat mir auch vorgeschlagen in den Coconut Garden zu ziehen, ist wie der Name schon sagt ein Kokosnussbaumgarten in einem Dorf, dort stehen ein paar Kapseln in denen für etwa 7 Personen platz wär und da ich eh mit ein paar anderen in eine WG ziehen wollte, würde das super passen!Aber mal schauen,2 Wochen müssen wir eh hier im Mitra Hostel bleiben, da wir jetzt noch Seminar und Tamilkurs haben und bis dahin schauen wir uns noch ein bisschen um.

Alles in allem fühl ich mich schon ziemlich wohl hier, vorallem seit ich von den Leuten in meiner Arbeitsstelle so herzlich aufgenommen wurde- mal schauen was die Tage noch so bringen, ich halte auch auf dem laufenden!

 Liebe Grüße aus der Stadt der Morgenröte,

eure Alena!

1 Kommentar 25.8.10 12:58, kommentieren