Alena in Auroville

...mein Abenteuer in Indien
 

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Die erste Woche rum!

 

Hallo ihr Lieben,


habe gedacht jetzt wird es endlich mal Zeit für ein Update. Hat sich auch schon wieder viel getan hier, aber die Tage verfliegen so schnell und gleichzeitig habe ich auch das Gefühl schon viel länger da zu sein, als eine Woche...

Am Sonntag konnte ich endlich aus dem Hostel raus! Andy, Matthias, Silke, Vince , Martina und ich wohnen jetzt in einem wunderschönen Haus im Dorf Alankuppam, nicht allzu weit weg von „Auroville City“. Haben drei Zimmer, also jeweils zwei Leute teilen sich einen Raum (Ich teile mir mein Zimmer mit Martina), ein großes Wohnzimmer, eine superschöne Küche, 2 rieeesige Dachterassen (die gibt es hier häufig) und einen großen Garten, der leider im Moment einer Baustelle gleicht (Vormieter wollte einen Pool bauen, ist dann aber abgehauen und hat das Loch im Boden gelassen, das jetzt allmählich mit Sand zugeschüttet wird). Außerdem ist es ein bisschen dunkel tagsüber, aber wir sind im Moment sowieso kaum daheim und wenn, dann abends, wenn man eh die Lichter anmachen muss. Bald wollen wir eine große Einweihungsparty schmeißen, aber erstmal müssen wir mal das Laub vom Dach kriegen...

Ja ansonsten haben wir den ganzen Tag Programm im Moment, früh von 9-12 Uhr Tamilunterricht bei Shankar, der das wirklich toll macht und uns nebenbei noch einen Haufen interessanter Dinge über die tamilische Kultur erzählt, nachmittags dann bis 17 Uhr Referate zu verschiedenen Themen wie etwa Auroviles Economy mit anschließenden Führungen. Ist zwar interessant, aber die meisten von uns sind ziemlich genervt von dem Programm, weil wir einfach kaum Zeit haben um uns um andere Dinge zu kümmern, die so anstehen. Einige von uns wohnen noch im Mitra, also im Hostel und haben kaum Zeit sich nach anderen Wohngelegenheiten umzusehen. Haben schon versucht anzusprechen, dass es uns zu viel wird, sind aber auf taube Ohren gestoßen. Im allgemeinen stellen sich die Leute hier das alles ein bisschen sehr einfach vor, habe ich manchmal das Gefühl. Naja deswegen liegen unsere Nerven auch seit Tagen ein bisschen blank,weil man nicht nur eh schon wenig Zeit hat, in der Zeit muss man sich auch mit so vielen Leuten absprechen, weil wir vorallem was Abendplanung angeht so sehr von einander abhängig sind. Wir Mädchen sind dazu angehalten worden, nachts nicht alleine rumzufahren, da es wohl schon sehr oft zu Übergriffen gekommen ist und wenn ich mir mal anschaue wie die Tamilen uns zum Teil schon tagsüber anstarren, kann ich mir das sehr gut vorstellen. Und wir haben auch nur einen Haustürschlüssel im Moment für 7 Leute (Arina wohnt vorübergehend in unserem Office, ist ein so halbwegs vom Wohnzimmer abgetrennter Raum), das heißt auch viel Absprache und Koordination, was in Kombi mit dem Programm echt schlaucht... Hatte hier die letzten Tage mindestens ein mal am Tag den Punkt, an dem ich am liebsten schreiend weggerannt wäre.

Sonntag waren wir zum ersten Mal in Pondicherry, der nächstgrößeren Stadt, die mal französische Kolonie war. Von vielen Seiten hört man, Pondi soll noch eine schöne indische Stadt sein...wir haben es trotzdem nur zwei Stunden ausgehalten und waren dann froh, als wir endlich wieder im Bus nach Auroville saßen. Alles unglaublich laut und voll,man wird die ganze Zeit angebettelt und keiner kann uns den richtigen Weg sagen...die Leute schicken uns alle in unterschiedliche Richtungen...this is real India Hatte leider auch kaum Geld dabei, konnte mir also nicht so wie die anderen schicke Sarees und Punjabis kaufen, aber gehen bald wieder in einer kleineren Gruppe dorthin, dann besorge ich mir mal landestypische Kleidung. Glaube das ist gerade im Dorf hier wichtig...wir werden wahrscheinlich eh die nächsten Monate Dorfgespräch sein, das prophezeit uns hier jeder.

Oh gerade rennt unser Hausgekko an mir vorbei Die gibt es hier überall, dachte auch, dass ich sie eklig finden werde, aber eigentlich sind sie ganz süß. Überhaupt habe ich mich hier ersgtaunlicherweise noch nicht wirklich vor etwas geekelt. Andy meinte, dass so die „Schattenseiten“ von Pondy, die wir nicht gesehen haben, weil wir nur so kurz da waren richtig hart sein sollen..mal schauen was ich dann so nach meinem zweiten Besuch dort berichte.

Vor ein paar Tagen haben wir den Coconut Garden besichtigt, einen Garten, der zu meinem Projekt gehört und in dem mehrere Kapseln stehen. Überlegen ob wir da nach dem Monsun einziehen, ist wirklich schön und das Konzept, was dahinter steckt, ist echt super. Balu hat sich gedacht, wenn da ein paar von uns Freiwilligen einziehen, dann können wir in Kontakt mit den Einheimischen kommen( ist eine Art Jugendzentrum, also Jugendliche kommen da einmal am Tag hin und es gibt monatliche Veranstaltungen auf dem Gelände) um eine Brücke zu schlagen zwischen unserer westlichen Kultur und der der traditionellen indischen Dörfer. Miete ist für uns dann auch auf Spendenbasis. Ist echt eine super Sache, aber für den Einstieg, vor allem dann mit den zwei Monaten Monsun, glaub ich echt zu hart...Kapseln sind ja nur so Hüten aus Bambus und Holz und so, wenn dann der Regen kommt und vllt der erste Kulturschock...stelle ich mir das echt anstrendend vor....

Gestern hat's mich dann zum ersten mal körperlich zerlegt, Andy meinte es könnte ein Hitzeschlag gewesen sein, jedenfalls hatte ich derbe Kopfschmerzen und Übelkeit...habe dann eine Tablette genommen und geschlafen, dann gings wieder.

Anschließend hat mich Matthias dann noch abgeholt und in die SolarKitchen gefahren, damit ich mal Online Banking machen kann, war nämlich bis heute mittellos, musste Geld auf mein Visakonto von meinem normalen Girokonto überweisen, das wusste ich vorher nicht. Ja und dann ist da das Internet ständig abgestürzt-.- Matthias und ich wollen uns gemeinsam einen Internetsrick kaufen, dann habe ich endlich auch mal daheim Internetzugang: Ist nämlich wirklich anstrengend, vorallem weil ich wie gesagt immer von den Jungs abhängig bin, was das fahren angeht. Silke düst hier mittlerweile alleine rum, meint auch, das sei kein Problem, aber ich trau mich noch nicht so recht, möchte mich hier jetzt erstmal umschauen und ein bisschen die Leute einschätzen können, bevor ich das mache.

So heute geht’s nach Pondi, drückt mir die Daumen, dass mein Geld schon da ist und ich endlich ein bisschen einkaufen kann.


Ganz liebe Grüße aus Auroville,

eure Alena


2.9.10 08:20

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