Alena in Auroville

...mein Abenteuer in Indien
 

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Vanakam ihr Lieben


Sawkyamaa?Sawkyam Nun wisst ihr bescheid, mir geht’s gut! Und das obwohl oder vielleicht gerade weil ich eine arbeitsreiche Woche hinter mir habe. Am Montag bin ich in meinem Projekt angekommen und es war zunächst...man mag es kaum glauben...etwas unkoordiniert. Das erste was ich in bzw für mein Projekt getan habe, war nach Hause zu fahren und mein Bettlaken vom Bett zu rupfen, damit die Schulklasse, die im Bamboo Research Center eine Powerpoint Presentation über Bamboo Housing bekommen hat auch eine Leinwand zu Gesicht bekommen konnte und nicht nur einen 1 quadratmeter großen Fetzen. Die Präsentation war echt interessant und es war sehr beeindruckend zu sehen wie erfolgreich Bambus als Baumaterial verwendet werden kann und was für krasse Gebäude dabei rauskommen. Die Decke des Flughafens in Madrid ist aus Bambus! Danach haben Lea (eine deutsche Ethnologie-Studentin, die ich hier kennengelernt und mit in mein Projekt geschleppt habe) eine koreanischen Designerin Names OK (sie sagt immer ok, wie okay kennengelernt und schwupps hatte ich meine Hauptaufgabe für die nächsten zwei Wochen bekommen:.Kleidung designen Aber natürlich nicht irgendeine, sondern Kleidung aus Bambusstoff! Am 18. September ist nämlich der internationale Bambustag und da wird hier vom Bamboo Research Center (das zu meinem Projekt gehört) ein Riesenevent mit unterschiedlichsten Programmpunkten veranstaltet, unter anderem eben einer Fashionshow, an der ich nun mitarbeite. Der Sinn der Veranstaltung ist es den Leuten Bambus als umweltfreundliche Alternative für alles mögliche vorzustellen, da Bambus unglaublich schnell wächst (bis zu einem Meter am Tag!), nicht gedüngt oder bewässert werden muss und somit anderen Rohstoffen, wie etwa Baumwolle einiges voraus hat.

Neben den Disignerin und Lea gehört Jun, eine Chinesin auch noch zu unserem Team. Seit einer Woche feilen wir vier an einer Kollektion, die nicht zu langweilig, aber auch nicht zu ausgefallen sein darf, da wir leider extremen Zeitdruck haben und die Schneider, die in der Lively Boutique (gehört auch zu Mohanam) auch nicht zaubern können. Dabei geht es nicht immer sehr freundlich zu..OK und ich hatten auch schon die eine oder andere Auseinandersetzung und ich nicht selten hat es mir auch den Spaß an der Arbeit verdorben. Sie schwankt die ganze Zeit zwischen der Idee, das ganze eher locker und ungezwungen zu machen und ihrer Professionalität, was zur Folge hat, dass sie den einen Tag meint, wir sollen es so machen, wie es uns gefällt und am nächsten Tag unsere Arbeit bemängelt, weil es zu unausgefallen ist, keinen richtigen Schnitt oder keine Bühnenpräsenz hat...manchmal scheint sie einfach zu vergessen, dass sie mit Laien zusammenarbeitet und wir nun mal über Schnitte und Farben keine Sätze aus dem Lehrbuch zitieren können. Nichtsdestotrotz macht es eigentlich viel Spaß. Ich bin für die Sport/Yogalinie verantwortlich und es war ein superschönes Gefühl gestern die ersten drei fertigen Teile in den Händen zu halten bzw an meinem Model (die anderen Weltwärtsler modeln für uns) zu sehen. Allerdings musste ich dafür sowohl Samstag als auch Sonntag in die Arbeit und konnte nicht wie die anderen ausschlafen und mich von meiner ersten Arbeitswoche erholen. Nun sind es noch 5 Tage und ich bin wirklich gespannt, ob das alles hinhaut...Lea hat die ausgefallene „Abendkollektion“ und davon ist noch gar nichts fertig...die Schneider arbeiten schließlich auch nach indischer Zeiteinstellung. „Dringend“ gibt es hier nicht.

Trotz der vielen Arbeit konnte ich natürlich meinen 21. Geburtstag feiern und es war ein wirklich schöner Tag. Die anderen haben mich am Nachmittag mit Kuchen überschüttet und Andy war besonders süß, weil er mich eigentlich damit überraschen wollte, aber dann stand ich vor der Bäckerei, als er rauskam und habe ihn gefragt, ob er mich nach Hause mitnimmt, da mein Tank leer war. Tja, dann habe ich meinen Überraschungsgeburtstagskuchen selber heimgefahren Abends waren wir dann noch in der Pizzeria, Miri hat reserviert und mal so fallen lassen, dass es sich um einen Geburtstag handelt....also hing da ein Banner und ich habe ein Privatkonzert von ein paar französischen Hobbymusikern bekommen, die jeden Dienstag abend in der Pizerria „auftreten“-war supertoll Und eine laaaange Tafel hatte ich. So um die 27 Leute waren da um mit mir zu feiern, war eine sehr schöne Stimmung.

Sonntag hatten wir dann unseren Termin für das Matrimandir. Die Aurovillianer wollen nämlich verhindern, dass es eine Touriattraktion wird, deswegen muss man sich zunächst einen Film darüber anschauen und dann für ein paar Tage später einen Termin für eine Führung ausmachen. Bei dieser wird einem nochmal alles erklärt und der Hintergrund des Matrimandir erklärt, danach darf man zu den Besucherzeiten früh zwischen 9 und 10 auch alleine zum meditieren rein. Aurovillianer haben den ganzen Tag zutritt. Es ist wirklich unglaublich beeindruckend und man sieht die Arbeit die in den 37 Jahren Entstehungsgeschichte da rein gesteckt wurden. Und alles mit einer liebe zum Detail und vor allem mit einer liebe zu der Sache, dem Ziel, das merkt man. Innendrin ist ein Raum, die Inner Chamber, der eigentliche Mediationsort...die Stimmung dort ist gigantisch...alles in Weiß, in der Mitte der Kristall, auf den der Lichstrahl von oben trifft, als einzige Lichtquelle...und konzetrierte Stille. Es ist als ob der Ort von Energie durchdrungen ist, es haut einen fast um. Jana hatte sogar Probleme mit Schwindel und mir wurde zwischenzeitlich auch recht schwummrich. Naja aber der erste Besuch sind nur 10 Minuten...habe mir für nächsten Sonntag einen Termin gemacht, darf dann auch länger bleiben, freue mich schon darauf, die Atmosphäre ohne gr0ße Touristengruppe auf mich wirken zu lassen.

Heute abend habe ich mir mal die Zeit genommen und einen Plan gemacht, was ich die nächsten Wochen so vorhabe, was ich noch sehen will hier in Auroville, womit ich mich beschäftigen will und so weiter....die Liste ist lang! Und ich freue mich schon auf die Entdeckungen und Erfahrungen. Am 29.9 wird hier im deutschen Generalkonsulat in Chennai der Tag der Deutschen Einheit groß gefeiert und wir sind eingeladen! Sind alle schon dabei uns Festtags-Sarees zu kaufen, da gibt es wohl einen Dresscode.

So nun muss ich mal wieder in mein Bett, habe mir vorgenommen morgen endlich mal zum Yoga zu gehen, mir wurde auch ein Yogalehrer sehr empfohlen, der Hacken: die Stunde geht 6.45 los. Mal schauen ob ich den Schweinehund morgen überwinden kann...Zeit wird’s.

Macht's gut ihr Lieben,

eure Alena

13.9.10 10:15

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